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Lessings Theologie statt Jacobis Spinozismus

Erwin Quapp

Diese Untersuchung von Lessings Erziehungsschrift geht die bisherigen großen Entwürfe zur Lösung des Spinozismus-Problems bei Lessing durch. Bei J.G. Herder findet sich die Formel «Hen ego kai pan»; sie bildet die Grundlage des weiteren Vorgehens. Darüberhinaus nötigen Einzelbeobachtungen dazu, die einzelnen Paragraphen nach den Bedingungen der Entwicklung, den Transzendenzkonditionen, nach dem theologischen Gehalt und nach den Wie und Was des Denkens zu unterteilen. Diese Interpretationsmethode läßt die 1-3 als Grundlegung, die 4-7 als ersten verfehlten und die 8-13 als zweiten gelungenen Entwicklungsschritt des «alles» in Richtung auf «eins» erkennen. Die 16-20 stellen die Kindheitserziehung des Volkes der Juden dar: nur die Juden konnten die Erzieher aller übrigen Völker werden. Die 21-23 widerlegen Gegenbeweise gegen diesen Erziehungsweg; die 24-25 widerlegen Warburton. Diesem Längsschnitt durch das erste Viertel der Erziehungsschrift folgt ein Querschnitt im Schlußteil; er fährt die Ernte der subtilen Einzelinterpretation ein: den durch Transzendenzkonditionen, Denkformen und Denksubstanzen jeweils weiterentwickelten theologischen Gehalt der «Erziehung des Menschengeschlechts.».