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Perspektiven einer interkulturellen Linguistik

Von der Verschiedenheit der Sprachen zur Verschiedenheit der Sprachwissenschaften

Peter Raster

Interkulturelle Linguistik kann auf zwei Weisen verstanden werden – als eine Forschungsrichtung, die auf die Interkulturalität der Sprachen bezogen ist, und als eine Forschungsrichtung, die auf die Interkulturalität der Sprachwissenschaft bezogen ist. In ihrer ersten Funktion untersucht die interkulturelle Linguistik die kulturbedingte Verschiedenheit der Erscheinungs- und Gebrauchsweisen von Sprachen. In ihrer zweiten Funktion sieht sie sich dem Phänomen gegenüber, dass die Sprachwissenschaft selbst in verschiedenen Kulturen auf verschiedene Weise existiert. Für den Aufbau einer interkulturellen Linguistik, die die Interkulturalität der Sprachwissenschaft thematisiert, spielen offensichtlich die nichtwestlichen Formen der Sprachwissenschaft eine konstitutive Rolle. Unter diesen wiederum kommt der indischen Sprachwissenschaft eine besondere Bedeutung zu: Sie ist die älteste Tradition der Sprachwissenschaft überhaupt und ist, was immer von westlichen Linguisten anerkannt wurde, von Anfang an Sprachwissenschaft auf höchstem Niveau. In dem Buch werden Argumente dafür bereitgestellt, dass die indische Sprachwissenschaft nicht als eine abgelegene Provinz der Linguistik oder als ein abgeschlossenes Kapitel ihrer Wissenschaftsgeschichte betrachtet werden sollte, sondern es verdienen würde, im Zentrum der linguistischen Forschung zu stehen.
Aus dem Inhalt: Bestimmungen des Objektbereichs einer interkulturellen Linguistik – Betrachtung von Sprachen aus der Außenperspektive – Programm einer sprachwissenschaftlich orientierten interkulturellen Germanistik – Transfer nichtwestlicher Grammatikkonzepte – Erscheinungsweisen der Sprache in der indischen und der europäischen Kultur – Erscheinungsweisen der Grammatik in der indischen und der europäischen Kultur – Das Ende der interkulturellen Linguistik.