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Im Schatten der Diana

Die Jagdmetapher im Werk von Giordano Bruno

Luiz Carlos Bombassaro

Die Metapher der Jagd bildet im Werk Giordano Brunos (1548-1600) eines der ausdrucksstärksten literarisch-philosophischen Motive. Der Autor weist nach, dass Bruno – besonders bei der Adaption des antiken Aktaion-Mythos in der Schrift Von den heroischen Leidenschaften – das semantische Feld der Jagd benutzte, um wesentliche Elemente seiner Erkenntnistheorie zu veranschaulichen. Dabei werden nicht nur die Querverbindungen innerhalb von Brunos italienischen und lateinischen Schriften herausgearbeitet, sondern es zeigt sich auch, dass Bruno in seiner Jagdmetaphorik auf eine alte Tradition «venatorischen Wissens» zurückgreift. Von der antiken Philosophie (Heraklit, Platon) bis hin zu frühneuzeitlichen Denkern (Nikolaus von Kues, Erasmus von Rotterdam) zieht sich eine Traditionslinie, in der die Jagd als ein Bild galt, das die Methode, den «Vorgang» des Philosophierens in seinem Kern erfasst.
Aus dem Inhalt: Jagd als Praxis, Metapher und Begriff – Die Einführung der venatorischen Methode in der Philosophie – Die Jagdmetapher im philosophischen Denken der Antike (Heraklit, Platon) – Jagdbegriff und -metaphorik im mittelalterlichen Denken und im Denken der Renaissance – Jagdmetapher und Philosophie bei Giordano Bruno sowie in Lateinischen und italienischen Schriften – Aktaion-Mythos in der Schrift Von den heroischen Leidenschaften – Das Aktaion-Sonett, literarische und philosophische Aspekte – Brunos Hermeneutik und Erkenntnistheorie – Der Intellekt auf der Suche nach der Wahrheit.