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Johann Friedrich Herbarts Bestrebungen um eine systematische Einheit pädagogischen Denkens und Handelns

Angelika Fournés

Am prägnantesten hat Johann Friedrich Herbart in seiner Konzeption das Problem neuzeitlichen Unterrichts benannt. Es geht darum, die Vermittlung von Alltags-, Verfügungs- und Orientierungswissen zu leisten und Übergänge in praktische Handlungssituationen des Schullebens beziehungsweise Lebensalltags zu gewährleisten. Demzufolge obliegt erziehendem Unterricht die Aufgabe, beim Schüler mittels eines reflexiven Lernprozesses die Fähigkeit zum eigenen Urteil herauszubilden. Erfahrung und Umgang fungieren als Ausgangspunkte eines erziehenden Unterrichts und sind zugleich bleibende Horizonte menschlicher Praxis. Dies erfordert dann aber auch ein reflexives Verhältnis zwischen den Generationen (Lehrer – Schüler), offene Kommunikations- und Interaktionsformen, so daß es möglich wird, unterschiedliche Sichtweisen, Orientierungen und Sinndeutungen zu reflektieren. Bewußt initiierte Erfahrungsorientierung schärft somit den Blick für die Differenzen im identifizierenden Geflecht alltäglicher Routinen.
Aus dem Inhalt: Die Bestimmung des Menschen im Gedankenkreis von Unterricht und Erziehung – Zur Problematik einer berufsspezifischen Kompetenz im Spannungsfeld zwischen Theorie und Praxis – Herbarts Pädagogik als Ausdruck des neuhumanistischen Prinzips einer allseitigen Menschenbildung.