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Bürgerliches Wissen – Nationalsozialistische Herrschaft

Sprache in Goebbels’ Zeitung "Das Reich</I>

Mathias Aljoscha Winde

Sprache im Nationalsozialismus: Bisher wurde dieses Thema vor allem mit rhetorischen Analysen der NSDAP-Parteisprache behandelt. Dieses Buch rückt nicht das Medium Sprache, sondern den Adressaten in den Vordergrund: Es untersucht nicht die Worte, sondern die in ihnen hinterlegten Mentalitäten. Es analysiert nicht die Sprache von NSDAP-Parteispitzen, sondern die von bürgerlichen Journalisten im Dritten Reich. Zunächst wird das bürgerliche Wissen über Sprache seit Humboldt dargestellt. Danach wird der Verbleib dieses Wissens, seine Funktion und Wirkungsweise in Goebbels’ Zeitung Das Reich untersucht. Welche Wissensbestände hatte die bürgerliche Schicht verinnerlicht? Wie wurde dieses Wissen im Nationalsozialismus zur Herrschaftssicherung genutzt? Amalgamierungen, Brüche und Kontinuitäten kennzeichnen das Ergebnis – das traditionelle Wissen konnte sich einer Instrumentalisierung nicht entziehen.
Aus dem Inhalt: Zur Kontinuität von Wissen – Das bürgerliche Wissenssystem Sprache – Goebbels’ Zeitung Das Reich – Konfliktlinie 1: Sprachkritik vs. Sprachverwendung – Konfliktlinie 2: Sprachideologie vs. Rassenideologie – Die Herstellung des Einverständnisses: Brüche und Kontinuitäten – Zur Sprache im Faschismus – Ausblick: Von der Schuld der Sprache und der Unschuld der Überzeugungen.