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Höfische Geschichte

Literarische Tradition und Gegenwartsdeutung in den volkssprachigen Chroniken des hohen und späten Mittelalters

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Horst Wenzel

Zwar beeinflusst die höfische Literatur im Prozess ihrer Tradierung das mittelalterliche Geschichtsbild in gesellschaftlichen Teilsystemen, die sich zu ihrer Selbstinterpretation der Identifikations- muster von Aventiure und Minne bedienen; die Tendenz, den Wirklichkeitsentwurf der «höfischen» Geschichte als Handlungsanleitung zu verstehen, bleibt jedoch Tendenz und wird in den Texten schliesslich selbst schon zum Problem. Die höfische Idealität des späten Mittelalters erhält mit zunehmender Deutlichkeit ihren eigenen Spielraum im Turnier, im Fest und in der Dichtung, d.h. in Bereichen, deren eigene Gesetzlichkeit zunächst keineswegs eindeutig abzugrenzen ist von der Alltagswirklichkeit, sich schliesslich aber ebenso durchsetzt wie die Separierung der Historiographie von der Literatur.
Aus dem Inhalt: Aristokratische Selbstdeutung in Dichtung und Historiographie, Ordenschronistik - ein Modell für institutionale Selbstinterpretation - Höfische Muster in Weltchroniken, Landeschroniken, Stadtchroniken und Selbstbiographien.