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Polyperspektivik in der literarischen Moderne. Studien zur Theorie, Geschichte und Wirkung der Literatur

Karl Robert Mandelkow gewidmet

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Jörg Schönert and Dorothea Segeberg

Der Hamburger Literaturwissenschaftler Karl Robert Mandelkow verdankt sein hohes Ansehen in der wissenschaftlichen Welt seinen umfangreichen Forschungs- und Editionsarbeiten zum Werk Goethes und seinen Publikationen zu Aesthetik und Literaturtheorie, zur Rezeptionsgeschichte und zur Literatur der Moderne. Aus Anlass seines 60. Geburtstages veranstaltete die Universität Hamburg am 05.12.1986 ein internationales literaturwissenschaftliches Kolloquium. Die Vorträge des Kolloquiums sind für diesen Band, der sich in seiner thematischen Bindung an den Arbeitsgebieten von Karl Robert Mandelkow orientiert, durch Beiträge von Hamburger Kollegen und Schülern erweitert. Der Leitbegriff der «Moderne» wird für den literarischen Prozess der zurückliegenden 200 Jahre eingesetzt; die theoretischen und literaturgeschichtlichen Studien der Publikation markieren wichtige Problemkreise und Konstellationen dieser Entwicklung.
Aus dem Inhalt: Horst Steinmetz: Gegenwart und Geschichtlichkeit des literarischen Werkes – Gotthart Wunberg: Vergessen und Erinnern. Ästhetische Wahrnehmung in der Moderne – Herman Meyer: Hütte und Palast in der Dichtung des Horaz. Zur Entstehung und Entfaltung eines Motivs der Weltliteratur – Hartmut Böhme: Zur literarischen Rezeption von Albrecht Dürers Kupferstich «Melencolia I» – Matthias Schmitz: Selbstgefühl und Entstellung. Versuch über Rousseaus Deutung des menschlichen Selbstverhältnisses in den «Träumereien eines einsamen Spaziergängers» – Klaus F. Gille: Die Genialität des Auslegers. Zur Geschichte und Systematik des Divinationstheorems – Ulrich Wergin: Symbolbildung als Konstitution von Erfahrung. Die Debatte über den nichtprofessionellen Schriftsteller in der Literatur der Goethe-Zeit und ihre poetologische Bedeutung – Horst Umbach: Über Goethes polemischen Wortschatz – Rudolf Brandmeyer: Heroische Zeit und Gegenwart im ästhetischen und geschichtsphilosophischen Diskurs von Herder bis Hegel – Harro Segeberg: Nationalismus als Literatur. Literarisches Leben, nationale Tendenzen und Frühformen eines literarischen Nationalismus in Deutschland (1770-1805) – Jörg Schönert: «Arbeit in der deutschen Weise» als nationales Erziehungsprogramm des Nachmärz. Zur Wirkungsweise literarischer Wertkonstitution – Udo Köster: Die Moderne, die Modernisierung und die Marginalisierung der Literatur. Anmerkungen zu einigen Hypothesen über Literatur und Gesellschaft in Deutschland um 1900 – Peter Sprengel: Zwischen Nachfolge und Parodie. Zur Klassik-Rezeption im Drama der Jahrhundertwende – Thomas Zabka: Die Reflexivität der Erzählstile und das Problem des Exemplarischen in Döblins «Berlin Alexanderplatz» – Karl-Heinz Hahn: Versäumte Gelegenheit. Thomas Mann kandidiert für den Vorstand der Goethe-Gesellschaft – Hans-Harald Müller: Wissenschaftsgeschichte und Rezeptionsforschung. Ein kritischer Essay über den (vorerst) vorletzten Versuch, die Literaturwissenschaft von Grund auf neu zu gestalten.