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Unscharfe Semantik

Die empirische Analyse, quantitative Beschreibung, formale Repräsentation und prozedurale Modellierung vager Wortbedeutungen in Texten

Burghard Rieger

Diese Untersuchung des Phänomens der Vagheit natürlichsprachlicher Bedeutungen ist thematisch der Semantik, methodologisch der Computerlinguistik und durch ihren Ansatz der Sprachphilosophie zuzurechnen. Sie verbindet Vorstellungen gebrauchstheoretischer Semantik mit empirischen Verfahren der statistischen Textanalyse zum Modell einer verteilten Repräsentation vager Wortbedeutungen, deren stereotypischer Zusammenhang den semantischen Raum als System lexikalisierten Wissens bildet. Dessen Ordnungsstruktur wird nicht mehr statisch-deklarativ vorgegeben, sondern dynamisch-selbstorganisierend als Baum-generierender Algorithmus modelliert, der einen nach Inhalten und Kontexten variierenden Auswahlprozeß der beteiligten Bedeutungselemente steuert und in Form dispositioneller Dependenzstrukturen (DDS) ausgibt. Sie bilden die Grundlage für die Simulation von Prozessen analog-assoziativen (im Unterschied zu logisch-deduktiven) Schließens, die das Modell als operables, kognitives System der Bedeutungskonstitution realisiert.
Aus dem Inhalt: Der semiotische Rahmen - Die semantische Vagheit - Die kommunikative Basis - Der statistische Zugang - Das kognitive Paradigma - Der konstruktive Ansatz - Das formale Modell - Die quantitative Analyse - Die konstitutiven Prozeduren.