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Protokolle

Gespräche mit Schriftstellern

Wilhelm J. Schwarz

Zwölf deutschsprachige Schriftsteller, nach Herkunft, Alter und Lebenslauf denkbar verschieden, geben Auskunft über ihre Existenz als Autor, über ihre Bücher, ihre literarischen Vorbilder, ihre Schwierigkeiten beim Schreiben, über politische, kulturelle, private Probleme. Das Spektrum von Fragen und Antworten ist denkbar weit gefächert, es ist alles andere als schematisch.
Aus dem Inhalt: Hermann Kesten spricht von seinen reichen Lebens- und Leseerfahrungen, er macht kein Hehl aus seinen Vorlieben und Abneigungen. Wolfgang Koeppen geht auf existentielle Nöte seines Schriftstellerdaseins ein. Günter Kunert spricht (kurz vor der Übersiedlung nach dem Westen) mit Besorgnis von seiner unsicheren Situation im ostdeutschen Staat. Luise Rinser geht keiner Frage aus dem Weg, auch nicht den sogenannten letzten Fragen. Der sonst eher zugeknüpfte Thomas Brasch findet offene Worte zu den Erfahrungen, die ihn schließlich zum Verlassen der DDR veranlaßten. Stefan Heym korrigiert Falschinterpretationen seiner Romane und macht sich lustig über gewisse Erscheinungen der ostdeutschen Szene. Stephan Hermlin äußert sich freimütig über Stalinismus und Kulturpolitik der SED. Jurek Becker räumt auf mit falschen Konzeptionen über Literatur. Zurückhaltend, doch unmißverständlich beurteilt Günter deBruyn Zensurtendenzen seines Staates. Franz Innerhofer zeigt Verbindungen auf zwischen seinem Leben und seinem Werk. Klaus Hoffer sucht verschiedene Aspekte seines rätselhaften Oeuvres zu erklären. Eine Sonderstellung nimmt das Interview mit Marie Luise Kaschnitz ein: kurze Zeit nach dem Gespräch ist Frau Kaschnitz in Rom verstorben.