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Physiognomik und Roman im 18. Jahrhundert

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Andreas Käuser

Die Arbeit weist eine Semiotik des Körperausdrucks als epochalen Problemgehalt der Spätaufklärung nach. Die Rezeption von Lavaters 'Physiognomik' erbringt das theoretische Konzept einer Anthropologie, in der die Frage nach dem Zeichencharakter des Körperausdrucks entscheidende Bedeutung erlangt. Das schwierige Verhältnis von Körperausdruck und Sprache läßt diese Theorie nur in paradoxer und fragmentarischer Form zu. Dagegen findet der Körperausdruck in zeitgenössischer Erzählprosa eine angemessene Sprachform. Die Arbeit zeichnet diesen Diskursübergang von der anthropologischen Theorie zur fiktionalen Prosa nach. Dabei spielt die Frage nach Individualität und Identität eine zentrale Rolle. Insbesondere die Theorien Lavaters, J.J. Engels, Humboldts, Schillers und Lichtenbergs sowie Erzählwerke Schillers, Diderots und Jean Pauls werden untersucht.
Aus dem Inhalt: Wissenschaftshistorischer und wissenschaftstheoretischer Status physiognomischer Theorie im 18. Jahrhundert - Physiognomik und Roman - Verbrecher und schöne Seele - Poesie und Anthropologie.