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Die Kunst zu enden

Jürgen Söring

Gegenstand der in diesem Band publizierten Vorträge ist die Frage nach der Beendbarkeit von Erzählvorgängen. Wichtige Prosa-Vorhaben von L. Sterne oder Jean Paul an über die deutsche Romantik bis hin zu Hofmannsthal, Kafka, Musil und darüber hinaus wurden nicht beendet, sondern als Fragmente zurückgelassen.
Die analytisch-kritische Aufmerksamkeit gilt daher dem Erzähl-Ende als einem (präsumtiven) Ende des Erzählens, und zwar im Kontext jener epochalen Horizontverschiebung, in der das Versagen oder Versagt-Bleiben jeder Art von definitiver Lösung begründet sein mag. Die phänomenale Sichtung von Final-Strategien in Prosa wird durch eine poetologische Perspektive vertieft, die das Ende (und Enden-Können) als Bedingung von Poesie zu begreifen und damit die Möglichkeit von Literatur im Untergang dessen, wovon sie spricht, zu fundieren sucht.
Aus dem Inhalt: Von der Schwierigkeit, das Werk doch noch zu Ende zu führen (Dante, Goethe, Balzac, Dürrenmatt) - Allegorische Erzählschlüsse im Spätwerk Gottfried Kellers - Zugriff zum Zufall des Endes bei Sterne und Joyce - Italo Calvino: Die Kunst nicht zu enden - Schloß ohne Schluß: Kafka, Benjamin und kein Ende - Das Ende der Kunst des Schreibens. Wolfgang Hildesheimer und Sir Andrew Marbot?