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Georg Büchners «Dantons Tod»

Revolutionstragödie und Mysterienspiel

William H. Rey

Georg Büchner ist heute einer der umstrittendsten Autoren des 19. Jahrhunderts. Die Versuche moderner Forscher, ihn als nihilistischen oder christlichen oder prä-marxistischen Dichter zu deuten, müssen scheitern, weil sie die widerspruchsvolle Komplexität seiner Persönlichkeit nicht erfassen können. Es geht heute darum, Büchner von einem vorurteilsfreien Standpunkt aus zu sehen, der es erlaubt, den politischen und ethischen, sozialkritischen und religiösen Aspekten seines Werkes gerecht zu werden. Aus dieser Polarität ergibt sich das Problem schuldhaften revolutionären Handelns in der Geschichte, das Büchner in der Gestalt Dantons darstellt. Bei seiner letzten Konfrontation mit dem Revolutionstribunal löst Danton dieses Problem, indem er religiöses Schuldbewusstsein mit politischer Tatbereitschaft verbindet.
Aus dem Inhalt: Kritik der Büchner-Forschung - Hessischer Landbote und Fatalismusbrief als komplementäre Gegensätze - Dantons Perspektivismus als Anti-Ideologie - Ein neues Konzept politischen Handelns auf Grund religiöser Erschütterung.