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Sachlichkeit, Rhetorische Kunst der Juristen

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Katharina Sobota

Juristen reden. Ihr Erfolg ist ein Erfolg durch Worte. Eine ihrer Strategien ist die Sachlichkeit. Sachlichkeit vermittelt den Eindruck von Distanz und Unparteilichkeit. Sie hilft, das juristische Entscheiden als einen logischen und rationalen Prozeß darzustellen. Dabei erschöpft sie sich nicht in einer eindrucksvollen Attitüde: Sie ist vielmehr eine Technik, mit der es gelingen kann, über die Mitwirkung des Menschen beim Aufbau seiner rechtlichen Welt hinwegzutäuschen. Sie schafft kunstvolle Fiktionen, - und mit diesen Fiktionen eine Lebensform, die es nahe legt, Konflikte in einer vermittelten und sprachlich ausdifferenzierten Weise zu bewältigen.
Eine Analyse der juristischen Sachlichkeit muß mit dem Versuch beginnen, die rhetorischen Grundmuster und den trivialphilosophischen Hintergrund juristischer Selbstdarstellungen zu skizzieren.
Aus dem Inhalt: Juristische Rhetorik - Desiderat Rechtsmethodik - Begründung: eine fiktive «Darstellung der Herstellung» - Logik und Rationalität als Formen der Selbstdarstellung - Juristische Logik als rhetorisches Kunstwerk - Alltags-Ontologie - Sachlichkeitsattitüde, Legitimität und Selbstreferenz.