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Dramatischer Dialog und Alltagsdialog im wissenschaftlichen Vergleich

Die Struktur der dialogischen Rede bei den Dramatikerinnen Marieluise Fleisser («Fegefeuer in Ingolstadt») und Else Lasker-Schüler («Die Wupper»)

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Ursula Roumois-Hasler

Die in den letzten Jahren intensive Auseinandersetzung der Linguistik mit Dialogstrukturen in der Alltagssprache soll hier für eine Analyse des dramatischen Dialogs fruchtbar gemacht werden. An zwei bedeutenden Werken deutschsprachiger Dramatikerinnen: «Fegefeuer in Ingolstadt» von Marieluise Fleisser und «Die Wupper» von Else Lasker-Schüler (Stücke, die aufgrund ihrer sprachlichen Unzugänglich- keit und weiblichen Autorschaft lange missverstanden wurden) konnte nachgewiesen werden, dass einzelne der im Alltagsdialog obligatorischen Signale im dramatischen Dialog fakultativ sind (unterschiedliche Entstehungsbedingungen), hingegen andere Signale eine zusätzliche Funktion erhalten: Interpunktion der dramatischen Handlung und dadurch (vom Autor gesteuerte) Interpretationshilfe für den Zuschauer. Konformität mit oder Abweichung von Alltagsdialogregeln entdeckt sich somit als wesentliches Mittel von Zuschauerlenkung durch den Dramatiker.
Aus dem Inhalt: Theaterspezifische Kommunikationssituation und Zuschauer (fiktive/reale Wirklichkeit) - Analyse der dramatischen Dialogstrukturen: Dialogkonstituierung/Dialogbeendigung/Binnen- segmentierung/Dialogsteuerung - Exkurs: Frau und Drama oder Zwei Schicksale von schreibenden Frauen.