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Die Schaffhauser Glasmalerei des 16. bis 18. Jahrhunderts

Corpus Vitrearum Schweiz: Reihe Neuzeit. Bd. 5- Herausgegeben von Vitrocentre Romont

Rolf Hasler, Kommission für das Corpus Vitrearum and Vitrocentre Romont

Glasgemälde aus der frühen Neuzeit befinden sich im Kanton Schaffhausen kaum mehr an ihren ursprünglichen Bestimmungsorten. Dank den intensiven Bemühungen von Schaffhauser Bürgern und Institutionen konnte über die letzten 150 Jahre aber ein ansehnlicher Bestand an historischen Glasgemälden für die dortigen Sammlungen gesichert werden. Diese in der vorliegenden Publikation erstmals vollständig erfassten, durchweg farbig abgebildeten 194 Werke vermitteln ein anschauliches Bild vom Reichtum der einstmals in öffentlichen und privaten Schaffhauser Gebäuden vorhandenen Glasmalereien. Zugleich kommt ihnen ein hoher kulturgeschichtlicher Wert zu, indem sie aufschlussreiche Einblicke in die vielfältigen Beziehungen der Bürger untereinander und zu ihren politischen Organen gewähren.
Die dem Katalog vorangehende Studie behandelt die Entwicklung der Glasmalerei zwischen 1500 und 1800 in Schaffhausen und Stein am Rhein aus verschiedenen Perspektiven. Erörtert werden zunächst die Gründe für den nach der Reformation erfolgten Aufstieg Schaffhausens zu einem führenden Zentrum Schweizer Glasmalkunst, dessen Erzeugnisse sich auch in Süddeutschland einer grossen Beliebtheit erfreuten. Nach dem Eingehen auf die Träger dieser Nachfrage wird unter Beizug des reichhaltigen, hier erstmals auszugsweise veröffentlichten Quellenmaterials die Organisation des Schaffhauser Glasmaler- und Glaserhandwerks durchleuchtet und seine enge Verflechtung mit den Malern aufgezeigt. Daran schliessen sich die Kurzbiografien der während der frühen Neuzeit über hundert in Schaffhausen tätigen Glasmaler, Glaser und Scheibenentwerfer, zu denen neben unbekannten, bislang noch nie namentlich erfassten Meistern Künstlerpersönlichkeiten wie Tobias Stimmer oder Daniel Lindtmayer der Jüngere gehören.
Ganz anders liegen die Verhältnisse in der bis zur französischen Revolution unter Zürcher Oberhoheit stehenden Stadt Stein am Rhein. Wie die Studie aufzeigt, beherrschten dort fremde Meister das Feld der Glasmalerei, und zwar vor allem solche aus Zürich und Winterthur. Obwohl Stein am Rhein im Gegensatz zu Schaffhausen nie ein bedeutender Produktionsort für Glasmalerei war, kann sich diese Stadt mit dem 1542/43 in sein Rathaus gestifteten Scheibenzyklus aber rühmen, Hüterin eines der glanzvollsten Zeugnisse Altschweizer Glasmalkunst zu sein.
Inhalt: Kap. I–II Schaffhausen: Ein Hauptort alteidgenössischer Glasmalerei – Die Träger der Fenster- und Wappenschenkungssitte – Die Organisation des Glasmaler-, Glaser- und Malerhandwerks – Die Entwicklung der Schaffhauser Glasmalkunst – Die Schaffhauser Glasmaler, Glaser und Reisser – Kap. III Stein am Rhein: Die Träger der Fenster- und Wappenschenkungssitte – Die Dominanz der Glasmaler Zürichs und Winterthurs – Das heimische Glasmaler- und Glaserhandwerk und seine Repräsentanten – Kap. IV: Katalog der im Kanton Schaffhausen befindlichen Glasgemälde – Kap. V: Quellentexte.