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Geschichte der Biologie

Band 2: Zoologie der Renaissance - Renaissance der Zoologie

Änne Bäumer-Schleinkofer

In diesem Band wird der Nachweis erbracht, daß auch in der Zoologie der Renaissance die Geisteshaltung des Renaissance-Humanismus zur Begründung der neuzeitlichen Forschung führte. So ergibt sich das scheinbare Paradoxon, daß neue methodische Ansätze in der Zoologie gerade durch die Rückbesinnung auf die Antike entwickelt wurden; sie führten nicht nur zur Erweiterung des Wissensumfangs, sondern gleichzeitig zur Herausbildung zoologischer Spezialgebiete (Vergleichende Anatomie, Embryologie, Physiologie, Ornithologie, Ichthyologie und Entomologie). Erstmals werden die vom Renaissance-Humanismus geprägten Forscher und ihre zoologischen Werke in ihrer Gesamtheit vorgestellt, um dem Leser einen Eindruck zu vermitteln, welche Pionierarbeit von den Zoologen der Renaissance geleistet wurde. Bei der Behandlung der etwa 100 Werke von 44 Autoren liegt der Schwerpunkt auf der Darstellung der angewendeten Methode. Dann wird durch eine Analyse der Werke überprüft, ob die Autoren ihre eigenen theoretischen Ansätze auch wirklich im Werk umgesetzt haben. Da sich viele Renaissance-Forscher auch Gedanken zur Systematik machten, war es notwendig, soweit möglich, einen Überblick zu geben, welche Arten sie behandeln. Gleichzeitig ermöglicht ein solcher Überblick einen direkten Vergleich des Wissensumfangs der jeweiligen Autoren. Die Zoologie der Renaissance, d.h. die Untersuchung des Tierreichs auf dem Hintergrund der Geisteshaltung des Renaissance-Humanismus, führte zur 'Renaissance' der Zoologie, d.h. zur allumfassenden systematischen Darstellung der Tiere, wie sie Aristoteles ursprünglich intendiert hatte. Hier nahm die neuzeitliche zoologische Forschung ihren Anfang.
Aus dem Inhalt: Renaissance, Renaissance-Humanismus, Humanistische Naturwissenschaften - Enzyklopädien und Kompendien (P. Gilles, E. Wotton, C. Gesner, U. Aldrovandi, etc.) - Spezielle zoologische Schriften (Biblische Zoologie, Zoologie der Tierwelt bestimmter Regionen, Zoologie bestimmter Tiergruppen) - Die Ausdifferenzierung zoologischer Spezialgebiete (Vergleichende Anatomie, Physiologie, Embryologie, Ornithologie, Ichthyologie, Entomologie) - Begründung der modernen zoologischen Forschung: Renaissance der Zoologie in der Zoologie der Renaissance (Methode, Systematik, Abbildungen, Nomenklatur, Fabeltiere, Religiöse Motive und Hintergründe der zoologischen Forschung) - Die drei Phasen der humanistischen Zoologie.