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Clemens Brentano und die Brüder Grimm

Nachdruck der Ausgabe Berlin 1914.

Reinhold Steig

Wie eng und welcher Art das Verhältnis des Dichters Brentano zu den Begründern der Germanistik und deutschen Altertumswissenschaften war, ist noch zu wenig bekannt. Steig, Wilhelm Grimms Sohn Hermann (sic¿) nahestehend, zeichnet die biographischen und werkgeschichtlichen Wechselwirkungen aus reicher und vertrauter Kenntnis nach. Seine auswählende und raffende Darstellung ist deshalb unersetzlich, weil die Originalbriefe zu einem beträchtlichen Teil seit 1945 verloren sind. Bei der Sammlung für «Des Knaben Wunderhorn» und die berühmten Kinder- und Hausmärchen, aber auch in der Wiederentdeckung der mittel- und frühhochdeutschen Sprachdenkmale arbeiteten Brentano und die Brüder Grimm Hand in Hand, wenn auch die restaurierende Methode der Philologen sich von der neubelebenden Umgestaltung des Dichters unterschied. Im künstlerischen Talent des jüngeren Bruders Ludwig Emil Grimm traf sich das romantische Verlangen nach der bildhaften Krönung des Sprachkunstwerks.