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Das Wissen des Ähnlichen

Michel Foucault und die Renaissance

Stephan Otto

Foucault hat die Denkform der Renaissance treffend als «Ähnlichkeitsepisteme» beschrieben; im Duktus seiner «Wissensarchäologie» ist er dabei jedoch von einer strukturalistisch geführten Untersuchung lediglich der Aussageweisen des 16. Jahrhunderts ausgegangen. Das vorliegende Buch überprüft die Renaissancedeutung Foucaults ebenso kritisch wie seine Methode; es zeigt, daß die philosophische Brisanz der Renaissance sich nicht schon einer bloßen «Aussagenanalyse» erschließt, sondern aus dem Bemühen um Ausformung eines vorsprachlichen Konzeptes figurierender Anschauung verstanden werden muß. Zu dessen Wiedergewinnung bedarf es der von Foucault abgelehnten «geistesgeschichtlichen» Rekonstruktion, die dem von Foucault gleichermaßen abgelehnten Gedanken sinnkonstituierender Subjektivität aufruht.
Aus dem Inhalt: Foucaults wissensarchäologische Methode als inadäquater Zugriff auf das topische, geometrische und metaphysische Ähnlichkeitsdenken der Renaissance.