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Wege durch erzählte Welten

Intertextuelle Verweise als Mittel der Bedeutungskonstitution in Wolframs «Parzival»

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Ulrike Draesner

Wolframs 'Parzival' ist ein Buch der Wege: Während die Figuren nach Minne und dem Gral suchen, bewegt sich der Leser durch eine literarische Welt, die in den intertextuellen Verweisen in ihrer historischen Gestalt ins Bild tritt. Die Untersuchung bezieht den Intertextualitätsbegriff auf den Reflexionsstand der mittelalterlichen Poetiken zurück und entwickelt ein neues semiotisches Modell zur Funktionsweise der Fremdtextreferenzen. Sie werden durch die Anwendung des solcherart modifizierten Intertextualitätskonzeptes als beredtes Zeugnis dafür lesbar, wie sich im 'Parzival' Wertediskussionen der Zeit spiegeln sowie Autorschaft und Individualität neu ausprägen: Die Wege der Figuren reichen mitten hinein in die allmähliche Erfindung des Menschen aus der Erfindung des Erzählens aus dem Erzählen.
Aus dem Inhalt: Kritische Erörterung des Intertextualitätsbegriffes - Das Exemplum in antiken und mittelalterlichen Poetiken - Semiotische Modelle zur Funktionsweise von Fremdtextreferenzen - Intertextuelle Verweise auf dem Weg Parzivals und Gawans - Die Berufungen auf Kyot - Von der 'Fiktionalität' mittelalterlichen Erzählens - Fragen der Autorschaft und Subjektkonstitution.