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Martin Luserke (1880-1968)

Reformpädagogik im Spannungsfeld von pädagogischer Innovation und kulturkritischer Ideologie- Eine biographische Rekonstruktion

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Ulrich Schwerdt

Die Untersuchung wurde mit dem Förderpreis der Universität-Gesamthochschule-Paderborn ausgezeichnet.
Die Reformpädagogik stellt im Bereich der Alt-Bundesrepublik die pädagogische Epoche mit einer bis zum heutigen Tag ungebrochenen Traditionspflege dar. Ihre Konzepte und Modelle gelten weithin als vorbildliches Anregungspotential, ja werden mit «humaner» Pädagogik identifiziert. Die vorliegende Arbeit erinnert mit Martin Luserke an einen der interessantesten Vertreter der sog. Landerziehungsheimpädagogik und den wohl wichtigsten Theoretiker und Praktiker des Schul-Theaterspiels vor 1933. Zugleich aber macht die Studie die Ambivalenz der Reformpädagogik deutlich, zeigt sie doch einen Pädagogen, der sich und seine Arbeit bis weit in den 2. Weltkrieg hinein mit dem NS-System identifizierte. In der aktuellen Debatte um die Rezeption der Reformpädagogik wendet sich der Autor gegen Ansätze bloßer Tradierung und Weiterführung und plädiert ausdrücklich für eine kritische Aneignung.
Aus dem Inhalt: Pietismus und Kulturkritik als prägende Eindrücke der Jugendzeit - Landerziehungsheimerfahrungen - Luserkes pädagogisches Konzept und die konservativ-revolutionäre Erziehungstheorie der Weimarer Zeit - Praxis der «Schule am Meer» - Schriftsteller im 3. Reich - Existenzbedrohung und Wiedererringung öffentlicher Reputation nach 1945.