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Untersuchungen zur Rechtsstellung Theoderichs des Großen

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Dorothee Kohlhas

Bei der Beschäftigung mit dem Ostgotenreich in Italien wird von der Forschung regelmäßig der Versuch unternommen, die Rechtsstellung Theoderichs zu definieren. Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, den für die Spätantike neuartigen Charakter der Herrschaftsposition Theoderichs beschreibend zu erfassen. Hierzu wird die gesamte Regierungspraxis des Königs und seiner Nachfolger im Hinblick auf die kaiserzeitliche Tradition sowie auf die spätantiken Entwicklungen, auch in den Reichsbildungen der germanischen Nachbarn Theoderichs, untersucht. Dabei wird deutlich, daß Theoderich, nachdem er im Auftrag des oströmischen Kaisers Zeno den Usurpator Odoaker gestürzt und selbst die Herrschaft über das Kernland des weströmischen Reiches übernommen hatte, in seiner Doppelfunktion als König der Goten und als Rechtsnachfolger des Kaisers im Westen eine hybride Rechtsstellung erlangte, welche über (spät-)antike Verfassungsmuster hinausging.
Aus dem Inhalt: Die Entwicklung der Rechtsstellung Theoderichs vom Föderatenkönig und höchsten Reichsbeamten im Osten zum autonomen Herrscher über Römer und Goten in Italien - Titulatur-Zeremoniell - Verwaltung - Gesetzgebung - Religionspolitik - Verhältnis zum Senat - Außenpolitik.