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Panoptismus in Papua Neuguinea

Akkulturation und sozialer Wandel in ehemals segmentären Gesellschaften

Andreas Obrecht

Papua Neuguinea - faszinierender Inselstaat im Südpazifik. 700 linguistisch voneinander getrennte Sprachen und damit ebensoviele Kulturen verweisen auf die große Isolation, in der diese Menschen jahrtausendelang in vorwiegend patriarchalen, kriegerischen und magischen Traditionen gelebt haben. Die Blicke dieser Menschen waren durch die territorialen, ethnischen Zuschreibungen begrenzt, und es hat lange gedauert, bis der europäische Blick - der panoptische - einen Teil dieser Menschen erfaßt und zu jener Veränderung der Wahrnehmung gezwungen, verführt oder veranlaßt hat, die üblicherweise Modernisierung genannt wird: Städte statt Dörfer, Geld statt Tausch, Gott statt Magie, Schule statt Initiation, Partnerschaft statt Geschlechtertrennung, Lohnarbeit statt Jagd und Brandrodung, Saxophone statt Flöten, Kleidung statt Grasrock, Zeitung und Telefon statt Schlitztrommel, Eucharistie statt Tanz, Erlösung statt Totenreiche, Alkohol statt Betelnüsse, Monogamie statt Polygynie, Medizin statt Zauber, Flugzeuge statt Hexenflüge...
Diese entwicklungs- und kultursoziologische Forschung, die sowohl auf quantitativen als auch auf qualitativen Verfahren aufbaut, analysiert die fundamentalen Veränderungsprozesse vor dem Hintergrund einer kritischen Wissenschafts- und Kolonialgeschichte.
Aus dem Inhalt: Kulturhistorische und -theoretische Aspekte zur europäischen Inbesitznahme und Kolonialisierung der Welt - Papua Neuguinea - Qualitative und quantitative Erhebungen zur Akkulturation - Zur Strategie der ethischen Universalisierung der Menschheit - Die mythischen Spiegel und die Zerstörung der rituellen Ordnung.