Show Less
Restricted access

Tötungen. Gewalt aus der Seele

Versuch über Ursprung und Geschichte des Bewußtseins

Wolfgang Giegerich

'Gewalt' und 'Seele' scheinen einander auszuschließen. Dieses Buch versucht jedoch zu zeigen, daß sich die Entstehung von Seele, Bewußtsein, Kultur der Gewalt verdankt: dem urzeitlichen Töten in Jagd und Opfer. Es greift dabei auf die großartigen Entwürfe von Burkert und Girard zurück, stößt sich aber von ihrem Reduktivismus zu einer von der Kategorie des seelischen Sinnes geleiteten Sicht hin ab. Es wird nachgezeichnet, wie genau in jenem Töten Bewußtsein entsteht, warum dann aber die Seele in ihrer weiteren Geschichte sich radikal gegen die Opfer wenden mußte und welchem seelischen Sinn die in der Folge aufkommenden nicht mehr rituellen Tötungen - von den Hexenverbrennungen bis hin zu Auschwitz - dienten. Das Stichwort «virtual reality» erlaubt Ausblicke auf den unbewußten Sinn vieler gänzlich uneinfühlbarer Gewalttaten unserer Tage.
Aus dem Inhalt: Das gestörte Verhältnis zur Gewalt - Großwildjagd und Opferschlachtung - Schamanische Erfahrung: Innenschau der jägerischen Opfertötung - Auseinandersetzung mit Jung, Hillman, Baudler, Burkert, Girard - Die Wendung der Seele gegen sich selbst - Zur Geschichte der Tötungen im Abendland - Der logische Status der Psychologie.