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Kirche zwischen König und Magistrat

Die Entwicklung der bürgerlichen Kirche im Spannungsfeld von Liberalismus und Konservativismus im Berlin des 19. Jahrhunderts

Klaus Duntze

Die Steinsche Städteordnung schuf die Voraussetzungen für die kommunale Selbstverwaltung, das Wirken Schleiermachers öffnete den Protestantismus für die bürgerliche Gesellschaft. Im Vormärz finden sich dieselben Personen in Kommune und Kirche engagiert. Seit dem Regierungsantritt Friedrich Wilhelms IV, wurden die kirchlichen Angelegenheiten immer stärker zum Konfliktfeld zwischen dem kommunalen Liberalismus und dem staatlichen Konservativismus. Die schrittweise Verselbständigung von Patronat und landesherrlichem Kirchenregiment brachte der evangelischen Kirche eine relative Eigenständigkeit - jedoch erst zu dem Zeitpunkt, da ihre gesellschaftliche Bedeutung in den sozialen Konflikten des Kaiserreichs zerrieben wurde. Ihre organisatorische Gestalt fand die bürgerliche Kirche ein halbes Jahrhundert zu spät.
Aus dem Inhalt: Stein und Schleiermacher als 'Väter' der bürgerlichen Kirche - Der Magistrat als protestantische Obrigkeit - Gemeindegründungen im Vormärz - Der protestantische Liberalismus in Berlin nach 1948 - Die Berliner Stadtsynode als Emanzipation der Kirche von Staat und Stadt - Das Parochialprinzip als Organisationsstruktur der bürgerlichen Kirche.