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«Solche Schädlinge gibt es auch in Leipzig»

Sozialdemokraten und die SED

Michael Rudloff and Mike Schmeitzner

Auf dem Höhepunkt der Kampagne gegen den «Sozialdemokratismus» erschien 1950 in der Leipziger Volkszeitung, dem einstigen sozialdemokratischen Traditionsblatt, ein bis dahin beispielloser Angriff auf bekannte Leipziger Funktionäre der Arbeiterbewegung. Es waren vor allem Sozialdemokraten, die unter der Überschrift: Solche Schädlinge gibt es auch in Leipzig als «Agenten des anglo-amerikanischen Imperialismus» an den Pranger gestellt wurden. Die daraufhin forcierten SED-Ausschlußverfahren zogen für die Betroffenen zumeist die Vernichtung der bürgerlichen Existenz nach sich.
Anhand ausgewählter Biographien soll das Schicksal Leipziger Sozialdemokraten dem Vergessen entrissen, aber auch soweit wie möglich von nachträglichen Legendenbildungen befreit werden. Ihre Entscheidung für oder gegen die SED sowie ihr Verhalten angesichts der «Parteisäuberungen» wird nicht lediglich aus den Konstellationen jener Jahre, sondern der gesamten biographischen Prägung erklärt.
Aus dem Inhalt: Der Band vereint elf biographische Skizzen Leipziger Sozialdemokraten, darunter des letzten Bezirksvorsitzenden der westsächsischen SPD Stanislaw Trabalski, des ehemaligen sächsischen Ministerpräsidenten und Leipziger Oberbürgermeisters Erich Zeigner, des langjährigen ADGB-Vorsitzenden Erich Schilling sowie des Vorstandsvorsitzenden der Leipziger Konsumgenossenschaft der Jahre 1928 bis 1948 Wilhelm Fischer.