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Versuch über das poetische Denken

Bürgerliche Poesie und neuzeitliche Metaphysik

Rolf Geißler

Dieser literaturphilosophische Essay versucht in der bürgerlichen Literatur von Lessing bis Schnitzler den Spuren nicht-metaphysischen Denkens nachzugehen. Dabei zeigt sich die Poesie als ein Komplement zu wissenschaftlichen Denkstrukturen, wie sie sich durch die neuzeitliche Metaphysik entfaltet haben. Der Struktur einer Subjekt-Objekt-Erkenntnis stellt die Poesie die lebensweltliche Erfahrung konkreter Menschen gegenüber und durchbricht damit die seit Parmenides gültige Selbstbezüglichkeit einer Identität von Denken und Sein. Poetisches Denken eröffnet eine Dimension von Zukunft, die wirkliche Folgen und nicht nur Hochrechnungen darstellbar macht. Das ist seine politische Relevanz.
Aus dem Inhalt: Heutige Denkstrukturen als Ausgang - Kritik der metaphysischen Grundlagen (Subjekt) wissenschaftlichen Denkens - Poetisches Denken an konkreten Texten von Lessing, Goethe, Schiller, Grillparzer, Raimund, Heine, Droste-Hülshoff, Schnitzler u.a.