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Die imaginäre Gattung

Über das musiktheatralische Werk G. Ligetis

Maria Kostakeva

Anfang der 60er Jahre, in einer Zeit, in der die Operngattung endgültig für tot erklärt wurde, erscheint G. Ligetis «imaginäre Oper» Aventures & Nouvelles Aventures. Was hat solch eine Bezeichnung zu bedeuten: Wird die Oper als (Alp)Traum, oder umgekehrt, der Alptraum als Objekt der Oper wiedergeboren? Und noch eine weitere Frage: In der Mitte der 70er Jahre geschriebenen «Anti-Anti-Oper» Le Grand Macabre wird der große Opernapparat umfassend verwendet; ist in diesem Werk die Gattung Oper wieder ins Leben gerufen oder ist ein Gattungsmodell spielerisch nachgeahmt worden? Werden die Funktionen der Gattung in der postmodernen Zeit im Vergleich zu denen der 60er Jahre verändert oder ändert sich die Gattung selbst? Diesen Fragen, die die Grundproblematik des Musiktheaters der letzten 30 Jahre betreffen, ist das Buch gewidmet.
Aus dem Inhalt: Die Gattung: Träger oder Zerstörer der Tradition - Das intertextuelle Gattungsspiel - Das metaphorische Verfahren - Das Metapherspiel und sein Ergebnis: die Metagattung - Das Spiegel- und Doppelgängerprinzip in Aventures - Das Labyrinth - Die asemantische Semantik - Le Grand Macabre: ein Werk der Opernklassik oder ein Puzzlespiel? Das karnevalistische Konzept und die Tradition des Lachtheaters - Das Labyrinth als Karneval, der Karneval als Apokalypse.