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Der Mensch in der Biosphäre

Zur Naturgeschichte der Vernunft

Wolfgang Hofkirchner

Vladimir I. Vernadskij (1863-1945) gilt in Fachkreisen als Begründer der Biogeochemie. Zu Unrecht sind aber seine philosophischen Schriften weitaus weniger bekannt. In ihnen entwirft er - anknüpfend an das Biosphärenkonzept des Österreichers E. Sueß und angeregt durch den Meinungsaustausch mit dem Bergson-Schüler E. Le Roy und dem Jesuitenpater P. Teilhard de Chardin im Paris der zwanziger Jahre - sein Konzept der «Noosphäre»: eine neue Erdhülle, die im Ergebnis des Wirkens vernunftfähiger Wesen auf unserem Planeten im Entstehen begriffen ist und die Biosphäre durchdringt. Das macht Vernadskij zum ersten Denker, der die globalen Probleme unseres Zeitalters in einen erdgeschichtlichen Zusammenhang stellt und damit der Diskussion um die Zukunft der Menschheit neue Impulse zu geben vermag.
Mit diesem Buch wird sein am Vorabend des Zweiten Weltkrieges geschriebenes, aber von ihm nicht mehr für die Veröffentlichung überarbeitetes Werk Das wissenschaftliche Denken als planetare Erscheinung zusammen mit dem Fragment gebliebenen Exkurs Über die Logik der Naturwissenschaft zum ersten Mal einem Publikum außerhalb Rußlands vorgelegt, ergänzt um Einige Worte über die Noosphäre, die gleichsam Vernadskijs Vermächtnis darstellen.