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Freundschaftsbriefe an einen Gefangenen

Unbekannte Briefe der Schriftstellerin Fanny Lewald an den liberalen jüdischen Politiker Johann Jacoby aus den Jahren 1865 und 1866

Gabriele Schneider

Mit 30 Fortsetzungsbriefen, von September 1865 bis März 1866 in täglichen Portionen verfaßt, liegt ein weiteres «Tagebuch» der erfolgreichen Erzählerin Fanny Lewald vor, das gleichzeitig die Korrespondenz und Biographie des liberalen jüdischen Politikers Jacoby vervollständigt. Schonungslos kritisiert Lewald die preußische Politik und Gesellschaft im Vorfeld des deutsch-österreichischen Krieges, die Mißachtung des Volkswillens unter der konstitutionellen Monarchie, die Passivität der Beamten und die Haltung der liberalen Opposition. Vielschichtig wie die Briefschreiberin selbst, bekannt als leidenschaftliche Demokratin, engagierte Sozialreformerin und Frauenrechtlerin, Romanschriftstellerin und Kulturkritikerin, sind die Briefe nicht nur Privatbriefe an einen engen Freund, die Einblick geben in die Beziehung Lewalds zu ihrem Mann, ihrer Familie und Schriftstellerkollegen, sondern auch Künstler-, Reise- und Geschäftsbriefe, Briefe einer deutschen Jüdin, einflußreichen Salonière und leidenschaftlichen Hausfrau im Zwiespalt zwischen bürgerlicher Enge und weltbürgerlicher Weite.
Aus dem Inhalt: Bismarck und die liberale Opposition - Die Fortschrittspartei und ihre Mitglieder - Schleswig-Holstein-Konflikt - Vertreter des Bürgerlichen Realismus (Auerbach, Schmidt, Spielhagen) - Kunst und Kultur - Der liberale Salon.