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Geschichte, Verantwortung und Hoffnung

Wilhelm Launer

Die Arbeit setzt sich kritisch mit den historischen Wurzeln der Gegenwart auseinander. Der Autor spannt dabei einen Bogen von den Anfängen menschlicher Hochkulturen bis hin zu aktuellen Geschehnissen, wobei er sich keiner chronologischen Darstellung bedient, sondern seinen Gegenstand unter thematischen Gesichtspunkten behandelt. Schwerpunkte sind unter anderem die Geschichte des jüdischen Volkes, die Entwicklung des Islam und die Brennpunkte der katholischen Kirchengeschichte. Die Diskrepanz zwischen Werten, deren Beachtung eingefordert wird, und einer Praxis, die das Gegenteil dieser Werte zu sein scheint, wird thematisiert. Nicht nur bei den Aktivitäten Roms, sondern auch in der Wirkungsgeschichte des Islam wie auch bei dem historischen Versuch, eine sozialistische Gesellschaft zu etablieren, wird der Autor im Sinne seines Themas fündig. Er weist nach, wie aus wahrgenommener Verantwortung einer «hohen Idee» eine oftmals beängstigende Verantwortungslosigkeit gegenüber vermeintlichen oder wirklichen Gegnern dieser Idee resultieren kann. Bis zur Verfolgung von Minderheiten, die im jeweiligen Ideal keineswegs ihr Wohlergehen begründet sehen mögen, ist es dann kein weiter Schritt. Das Buch ist dabei nicht von einem Grundton der Resignation bestimmt, sondern von einem Moment der Hoffnung, das in tätiger Verantwortung begründet ist. Diese ethische Sichtweise wird zum Tenor der Darstellung selbst und verweist auf ein Handeln, das sich der Folgen bewußt ist und damit ein Lernen aus der Geschichte ermöglicht.