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Franzosen im «Reichseinsatz»

Deportation, Zwangsarbeit, Alltag- Erfahrungen und Erinnerungen von Kriegsgefangenen und Zivilarbeitern

Helga Bories-Sawala

Der in Deutschland lange verdrängte, in Frankreich bis heute tabuisierte Einsatz von Kriegsgefangenen und Zivilarbeitern in der deutschen Kriegswirtschaft wird am Beispiel Bremens untersucht. Die Analyse von Requirierung und Arbeitseinsatz erstreckt sich von der politischen Staatskollaboration bis zur dichten Beschreibung der Lebensumstände, der Selbstwahrnehmung, des Zusammenlebens mit anderen Ausländern und Deutschen. Als «Vektor» einer schwierigen Erinnerung wird die gesellschaftliche Stigmatisierung vor allem der Zivilarbeiter im Nachkriegsfrankreich thematisiert. Die Studie (mit umfangreichem Dokumententeil) basiert auf Archivrecherchen in Bremen und Paris, der Auswertung der zeitgenössischen Meldekartei und methodisch gründlich fundierten Oral-history-Interviews mit Zeitzeugen.
Aus dem Inhalt: Französische Kriegsgefangene und zivile Zwangsarbeiter als Objekte von Staatskollaboration - Requirierung, Arbeitseinsatz, Alltag in Bremen - Selbstwahrnehmung und Kontakte zu anderen sozialen Gruppen - Heimkehr und Stigmatisierung - Kollektive und individuelle Erinnerungsarbeit.