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François Mitterrands Deutschlandbild

Perzeption und Politik im Spannungsfeld deutschland-, europa- und sicherheitspolitischer Entscheidungen 1989-1992

Elke Bruck

Die Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland sind schon immer prägend für Europa. Sie werden bestimmt vom Verhältnis ihrer führenden Politiker zueinander. Mehr jedoch als die oft bemühte «persönliche Chemie» sind es die langfristig geformten, subjektiven Bilder vom jeweils anderen Land, die das Miteinander beeinflussen. In François Mitterrands Deutschlandbild spiegeln sich die Ambivalenzen der französischen Sicht auf Deutschland in allen Facetten wider: vom Klischee des deutschen Erbfeinds bis hin zum ersten Partner in Europa. Die Autorin zeigt, wie die Deutschlandwahrnehmung des ehemaligen Staatspräsidenten in der Phase nach dem Ende des Kalten Krieges 1989 bis 1992 die Gestaltung seiner Außenpolitik wesentlich beeinflußte. Die Perzeptionsanalyse erstreckt sich auf drei Fallstudien: die deutsche Wiedervereinigung 1989/90, das Europa der Zwölf auf dem Weg zum Maastrichter Vertrag und schließlich die sicherheitspolitischen Herausforderungen nach der Überwindung der Teilung Europas mit der ersten großen bilateralen Belastungsprobe durch den Jugoslawienkonflikt.
Aus dem Inhalt: Die Entwicklung von François Mitterrands Deutschlandbild 1938-1989 – Deutschlandwahrnehmung und deutsche Einheit 1989/90 – Deutschlandwahrnehmung und europäische Einigung 1989-1992 (Europäische Wirtschafts- und Währungsunion, Politische Union, gesamteuropäische Initiativen) – Deutschlandwahrnehmung und sicherheitspolitische Herausforderungen am Ende des Kalten Krieges 1989-1992 (NATO-Reform, EG-Europa auf dem Weg zu einer eigenen Sicherheits- und Verteidigungspolitik, europäischer Testfall Jugoslawien).