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Lesekulturen / Reading Cultures

János Riesz and Hans-Walter Schmidt-Hannisa

Lesen ist keine invariable, universale Operation, sondern vielmehr eine Praxis, die sowohl von kulturspezifischen als auch von historischen Voraussetzungen bestimmt wird. Sie ist jeweils geknüpft an eine Lesekultur, die es unter Berücksichtigung der «Ethnographie» wie auch der Geschichte des Lesens zu rekonstruieren gilt. Der Plural «Lesekulturen» bezieht sich aber nicht nur auf eine kulturräumliche und historische Vielheit, sondern verweist zugleich auf eine binnenkulturelle Ausdifferenzierung, auf Lesesubkulturen, die durch soziologische, institutionelle, geographische, mediale, ästhetische oder ideologische Kriterien profiliert sein können. Die hier versammelten Aufsätze untersuchen exemplarische Lesekulturen aus der Zeit zwischen dem 16. Jahrhundert und der Gegenwart in Europa, Japan und Afrika.
Aus dem Inhalt: János Riesz/Hans-Walter Schmidt-Hannisa: Einführung – Claudia Ortner-Buchberger: Epistolarity and Reading Culture in the Italian libri di lettere of the Sixteenth Century – Sébastien Bertrand: Lesen und Schreiben zwischen Voltaire und Friedrich dem Großen – Hans-Walter Schmidt-Hannisa: Kritik der lesenden Vernunft. Johann Adam Bergks Kunst, Bücher zu lesen – Immacolata Amodeo: «Leggi, leggi». Lesen in der Oper – Noëlle Dauphin: Volkslektüren in Frankreich im 19. Jahrhundert: Das Beispiel der Bibliothèque Populaire von Versailles – Alain Fleury: Lesen im Knast – Miwa Nobuya: Reading the Water; Listening to the Water. Water and Life in Japan – Keiko Wada: Haiku and Cross-Cultural Communication – Kaoru Iseno: Reading Without Translating – Dotsé Yigbe: Lesen und Schreiben in oralen Gesellschaften – Sénouvo Agbota Zinsou: Die Rezitation – Patrice Nganang: Schreiben als Selbstgespräch.