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Die Pathologie der Literatur

Zur wechselseitigen Beobachtung von Medizin und Literatur

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Meike Hillen

Diese Arbeit versteht sich als Beitrag zu einer polykontexturalen, systemtheoretisch orientierten Literaturwissenschaft, die Literatur sowohl als System als auch als Umwelt autonomer Sozialsysteme betrachtet. Die Frage nach der Pathologie der Literatur, der wechselseitigen Beobachtung von Medizin und Literatur, konzentriert sich auf zwei Schwerpunkte: zum einen auf die Auswirkungen, die der Vollzug funktionaler Differenzierung auf diese wechselseitige Beobachtung hat, zum anderen auf die Aufarbeitung des Prinzips der Komplexitätssteigerung als diskursives Ereignis in Kunst und Medizin. In enger Anlehnung an das historische Material spannt die Arbeit den Bogen vom 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert.
Aus dem Inhalt: Die Ausdifferenzierung des Systems der Psychiatrie – Diätetische Konzepte des 18. Jahrhunderts. Leibökonomie bei S.A. Tissot und Immanuel Kant – Zwischen Wahnsinn und Dichtung. Vom ‘furor poeticus’ zum Irrenhaus – Anthropologie und Literatur. Der erfahrungsseelenkundliche Blick bei K.Ph. Moritz und F. Schiller – Die Ästhetik der Krankheit. Romantische Programme bei F. Schlegel und Novalis – Der Wahnsinn der Dichtung. Literatur als Differenz bei E.T.A. Hoffmann – Der ‘Fall Friedrich Hölderlin’.