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Politik und Gesellschaftskritik in den Novellen Theodor Storms

Günther Ebersold

Storms Kampf gegen die Abstempelung als Heimatdichter war kein grosser Erfolg beschieden. Auch nach seinem Tode gilt sein Werk als Idylle. Erst nach 1945 werden sein politisches Engagement und seine Kritik an der eigenen Zeit «entdeckt». 1848 vom Dänenfreund zum deutschen Nationalisten geläutert, kann er seine demokratischen Ueberzeugungen mit dem herrschenden obrigkeitsstaatlichen Denken nicht in Einklang bringen. Nach 1870 erlischt sein politisches Interesse und macht einer Gesellschaftskritik Platz, die sich gegen Adel und Kirche richtet. Das Bürgertum wird als Idealstand verherrlicht. Unter dem Eindruck neuer Ideen verwandelt sich aber auch diese Sympathie in Abscheu vor der Raubtiergesellschaft im preussisch-deutschen Vaterland.
Aus dem Inhalt: Storm und die Politik - Storms Gesellschaftskritik - Sein Kampf gegen Adel und Kirche - Die Verherrlichung des Bürgertums - Aus der Sympathie für das Bürgertum wird Abscheu vor der neuen Raubtiergesellschaft.