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Der Literaturbegriff

Geschichte, Komplementärbegriffe, Intention- Eine Einführung

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Helmut Arntzen

Wie steht es mit einer Wissenschaft, die den sie bestimmenden Begriff nicht mehr zu denken weiss? Ist dann etwas gewonnen, wenn man den Literaturbegriff mittels Handbuchdefinitionen fixiert oder wenn man ihn zugunsten anderer Begriffe wie Text, Information, Kommunikation aufgibt? Oder sollte auf die Literaturwissenschaft, der die lebenden Schriftsteller misstrauen, von der die Studenten so oft enttäuscht sind und die der Staat bald schon für überflüssig halten wird, nicht überhaupt verzichtet werden? Je mehr sie sich von anderen Wissenschaften legitimieren lässt, je umtriebiger sie sich mit Fragen beschäftigt, die allenfalls am Rande mit denen der Literatur etwas zu tun haben, je mehr sie verschmäht, sich Gedanken zu machen darüber, was der Literaturbegriff in unserer Epoche bedeute, um so weniger bedarf es objektiv dieser Wissenschaft. Doch begriffe sie, dass sie sich mit dem einzigen Gegenstand beschäftigt,der – neben der Musik und den Künsten – in seinen entscheidenden Zeugnissen nicht vom Fachdenken oder von Ideologien präformiert ist, so begriffe die Literaturwissenschaft ihre Notwendigkeit. In diesem Buch wird versucht, eine historische Konstruktion des Literaturbegriffs zu geben.
Aus dem Inhalt: Was ist Literatur? – Literatur und Leser – Literatur als Bildung – Literatur als ästhetischer Anlass – Literatur als soziales Dokument – Literatur als Text und Kommunikation – Zur Geschichte des Literaturbegriffs bis zu Kant – Die Revolution der Ästhetik: Kant – Der Anfang der modernen Literaturtheorie: Schiller – Literatur und Sprache: Hamann, Herder, Lichtenberg, Humboldt – Literatur und romantische Poesie: F. Schlegel, Novalis – Literatur als Episches, Lyrisches, Dramatisches: Hegel – Literaturhermeneutik: Schleiermacher – Literatur und Kritik an der Sprache: Nietzsche, Mauthner, Hofmannsthal – Literatur und Presse: Karl Kraus.