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Das Uneigentliche ist das Eigentliche

Metaphorische Darstellung in der Prosa bei Lessing und Lichtenberg

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Thomas Althaus

Das Uneigentliche ist das Eigentliche – die Worte der metaphorischen Darstellung zeigen die Sprache zur Welt in dem Verhältnis der ‘Übertragung’, das Deuten ist. Die Begriffe machen nur Einseitigkeiten des Sinns gegen das Sinnganze der Worte geltend. Die Abweichung von ihnen ergibt das Bedeutungsvolle.
Die Prosa Lessings und Lichtenbergs entdeckt die metaphorische Darstellung als Qualität. Auf dem «Raine» zum Nicht-Literarischen, in der Konfrontation mit ihm, entstehen Texte, die sich weiterdenken an der Bedeutungsfähigkeit ihrer Worte und noch für den Ton dieser Worte zeigen, wie sehr er durch Reflexion vermittelte Lautgebung ist. Der Zusammenhang von Besinnen und Sprechen in der metaphorischen Darstellung ermöglicht, exemplarisch für die Epoche, das Poetischwerden dieser Prosa. Immer von neuem widerlegen die Texte die Vorstellung von der Uneigentlichkeit ihres Metaphorische, die sich im Umgang mit der Literatur eingebürgert hat. Es verhält sich umgekehrt – das Uneigentliche ist das Eigentliche.
Behandelt werden: Lessing: «Anti-Goeze. Zweyter», «Ein Vade mecum», «Fabeln [...] Nebst Abhandlungen» und die metaphorischen Vorreden – Lichtenberg: «Nachricht von einer Wallrath=Fabrik. Einige Betrachtungen über vorstehenden Aufsatz, nebst einem Traum», «Ausführliche Erklärung der Hogarthischen Kupferstiche» und die «Sudelbücher».