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Von Sprache und Dichtung

1500-1800

Kurt Adel

Am Beginn der Neuzeit entsteht neben dem Latein der Kirche die Respublica litteraria der Humanisten als ernstes Spiel. Über Jahrhunderte werden den Menschen die Bilder von Faust, Jedermann, dem Verlorenen Sohn als Spiegel vorgehalten. Anton Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel, der erst in späten Jahren an die Regierung gelangt, gestaltet die Gedanken vom Europa seiner Zeit im Gewand des Römischen Kaiserreichs. Dichter des 18. Jahrhunderts sehen sich als Barden, Nibelungenlied und Minnesang werden in Österreich zu Folien der Dichtung. Mit Klassik und Romantik vollendet sich eine Periode der europäischen Kulturgeschichte. Im 19. Jahrhundert verlieren die Wunschbilder und Ordnungssysteme der Künste ihre Gültigkeit. Das 20. Jahrhundert erlebt den Untergang seiner Ordnung und die Vereinzelung des Menschen, die sich gleichermaßen im Zerfall seiner Sprache ausdrückt.
Aus dem Inhalt: Rodolphus Agricola und Conradus Celtis: Arbeitsmethoden des Konrad Celtis; Bedeutung der Wiener Handschrift Series Nova 4027 für die Celtis Forschung; Die Ode des Konrad Celtis an Hieronymus Haller – Wer war Faust? - Wer ist Faust?: Von der Historie zum Exempel; Faust, der Verlorene Sohn des Barockzeitalters – Novellen des Herzogs Anton Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel – Catharina Regina von Greifenberg – La Biondina in Gondoleta – Novalis und Österreich – Sprache und Dichtersprache in Österreich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts – Ein Stilgesetz der österreichischen Dichtung – Literatur, Sprache, Datenverarbeitung – Das Zitat in der Lyrik – Der Zerfall der Dichtungsgattungen – Schriftsteller im Exil und die Sprache.