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Till Eulenspiegel

Revolutionär, Aufklärer, Außenseiter- Zur Eulenspiegel-Rezeption in der DDR

Bettina Verheyen

Nach seiner ersten Rezeption durch Brecht und Weisenborn wird Till Eulenspiegel in der literaturwissenschaftlichen Diskussion innerhalb der DDR meist im Sinne einer kulturpolitisch konformen Darstellung instrumentalisiert, um sich schließlich in einer Filmerzählung von Christa und Gerhard Wolf, in einem erfolgreichen Kinofilm der DEFA, vor allem jedoch in den Prosatexten Thomas Braschs dieser aufgezwungenen Rolle zu entledigen. Erstaunlich ist dabei, dass der mittelalterliche Narr bei all dem nichts von seinem aggressiven Potential einbüßt: Er scheint es sich dagegen vorzubehalten, über alle Kontrollversuche und Manipulationen von Seiten der Stasi und der SED hinweg, seine Witze zu reißen.
«eulenspiegel hängt seinen mantel nach dem wind. aber: woher weht der wind?» Bertold Brecht, Notizen.
Aus dem Inhalt: Die Eulenspiegel-Interpretationen von Günther Weisenborn und Bertolt Brecht – Till Eulenspiegel im Spiegel der literaturwissenschaftlichen Forschung der DDR – Der «Coup der Wölfe» - das Eulenspiegel-Filmprojekt von Christa und Gerhard Wolf, Dieter Wolf und Rainer Simon – Eulenspiegels Wendung gegen die bestehenden Verhältnisse - zur Funktion der Eulenspiegelfigur in den Prosatexten Thomas Braschs.