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Analytische Aspekte der literarischen Wertung

Zur Werturteilsfrage in der philosophischen, sozialwissenschaftlichen und literaturwissenschaftlichen Diskussion

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Die Literaturwissenschaft hat das Problem der Rechtfertigung literarischer Werturteile bis heute kaum angemessen formulieren, noch viel weniger einer Lösungsmöglichkeit zuführen können, weil sie sich bei der Suche nach der «Objektivität» solcher Urteile immer wieder an einem längst problematisch gewordenen Begriff von Wissenschaft und Rationalität orientiert. Sie übersieht durchweg, dass wir Werturteile nur dann sachlich angemessen analysieren, wenn wir sie statt allein auf der semantischen und syntaktischen Ebene als quasi kontextunabhängige Aussagen zuallererst auf der pragmatischen Ebene als situativ und intentional gebundene menschliche Äusserungen behandeln. Der Sinn literarisch wertender Dispute läuft offenbar darauf hinaus, dass wir über die Äusserung eines literarischen Werturteils nicht nur - wie Kant annahm anderen unser Gefühl oder unseren Geschmack mitteilen können, sondern auch und gerade: unseren Verstand und unsere Vernunft.
Aus dem Inhalt: Erster Teil: Die Werturteilsfrage in der philosophischen und sozialwissenschaftlichen Diskussion - Zweiter Teil: Zur Rechtfertigung literarischer Werturteile als Problem einer analytisch erhellten Theorie der literarischen Wertung.