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Eos

Untersuchungen zum dios-Begriff 3

Michael Zuzanek

Eos – eos wird in der Odysee etwa 95 Mal erwähnt. Sowohl der Eigenname als auch das Substantiv für die Tageszeit-Bezeichnung «Morgen» sind durch dasselbe Wort bezeichnet und unterscheiden sich zunächst nur durch die Groß- bzw. Kleinschreibung. Sind Eos und eos in der Odysee begrifflich völlig getrennt? Oder, wenn nicht, wie weit ist in der Datierung «Morgen» die Gottheit Eos mitenthalten und umgekehrt? Oder anders: Gibt es in jenen Nennungen, die nicht den Eigennamen meinen, einen numinosen Gehalt, und wenn, wie groß oder wie gering ist er? Im Verlauf der Untersuchung kristallisiert sich die Eos als mächtige, präolympische Göttin heraus, die durch die Olympisierung zwar numinosen Verlust erleidet, deren Position in der Olympik aber stark genug bleibt, um den «Morgen» als numinosen Akt des (präolympischen) Weltordnens in fast vollem Umfang aufrecht zu erhalten. Damit kommt ihr eine wohl einmalige Stellung (in der Olympik) zu.
Aus dem Inhalt: Göttin der Weltenfrühe – Großformel – Großformel Topoi – Epitheta – Wendungen – Morgens – Unikate – Himmelsrichtungen – Profane – Plazierung der Blöcke – Personen – Homer – Numinose Motivik.