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EgoLogie. Subjektivität und Medien in der Spätmoderne (1880-1940)

Romanistische Beiträge

Christoph Hoch and Philipp Jeserich

Der indexikalische Bruch um die Mitte des 19. Jahrhunderts zeitigt Konsequenzen, die in den Künsten wie in den Literatur- und Kulturwissenschaften bis in die Gegenwart hinein bearbeitet werden: Was bedeutet es, daß durch die historisch vorbildlose Implementierung immer neuer Medien ein Relativierungsprozeß in Gang gesetzt ist, der (schrift)sprachlicher Kommunikation neben Telegraphie, Photographie oder Film einen zunehmend beschränkten Systemplatz zuweist? Was bedeutet es für das Ich und seine Möglichkeiten der Selbstreflexion, daß mit der Fundamentalkritik an den Orientierungswerten «Wirklichkeit», «Vernunft» und «Sprache» ein Zusammenhang entkoppelt wird, der zentral für die Konstitution neuzeitlicher Subjektivität gewesen war? Die in diesem Sammelband vorgelegten Beiträge verfolgen diese Fragestellungen anhand konkreter Fallstudien.
Aus dem Inhalt: Philipp Jeserich: Subjektivität und Medialität im Décadence-Ästhetizismus. Zu Joris-Karl Huysmans, À rebours – Susanne Friede. Mercure de France 1900: Fortsetzungsromane zwischen Ich-Analyse und Medienreflexion – Kirsten Kramer: Spektrale Epiphanie und Kontingenz. Erscheinungsformen und Funktionen der Photographie in der phantastischen Literatur Horacio Quirogas – Silke Segler-Messner: Von der Auslöschung des Ich zur Entdeckung der Alterität. Die Konstitution einer Literatur des Zwischenraums in Victor Segalens Stèles – Marcus Coehlen: Geschichtsmedien Trauer und Traum - Psychoanalyse und Surrealismus – Jochen Mecke: Mediale Aufhebung und Remodellierung des Subjekts im Surrealismus – Florian Nelle: Primitive mind und neue Medien - Artaud und das Theater als therapeutische Anstalt – Kirsten von Hagen: Kleine Egologie des Kinos. Strategien der Subjektivierung im Film.