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Aphrodites Wiederkehr

Beiträge zur Geschichte der erotischen Literatur von der Antike bis zur Neuzeit

Wolfgang Beutin

Literaturgeschichten, Handbücher und Nachschlagewerke lassen es nicht immer gleich erkennen, wie groß in Wahrheit der Anteil erotischer Dichtungen am Fundus der überlieferten Literatur ist. Ob man ihn vielleicht sogar als zentrale Komponente des Gesamtbestands sieht, hängt von der Definition erotischer Literatur ab: Fallen darunter lediglich Beispiele mit offener Gestaltung sexueller Motive oder auch solche mit verhüllender Gestaltung? – Wobei die verdrängte Sexualität dann in entstellter Form durchscheint. – In diesem Buch wird das Vorkommen einiger der häufigsten Grundmotive erotischen Charakters in der Geschichte der Dichtung untersucht, ausgehend von den Metamorphosen der Göttin der Liebe, die im Altertum große Verehrung erfuhr – als dichterisches Motiv nachweisbar von Homer bis gegen 500 n. Chr. – Durch die neue religiöse Lehre gestürzt, war sie im frühen Mittelalter geächtet, doch gelang ihr noch im Mittelalter eine Wiederkehr in der Dichtung und Kunst. Ihrer Rehabilitation folgte eine vermehrte Befassung mit sexuellen Motiven, vor allem solchen aus den Problemkreisen der Objektwahl, wie zum Beispiel Prostitution, Don Juanismus und der Geschlechtsrollenwahl – die Kriegerin, der Held als Frau kaschiert.
Aus dem Inhalt: Die Metamorphosen der Aphrodite – Aphrodite in der Dichtung und Philosophie der Antike – Von der Verfemung zur Rehabilitation? – Venus-Dichtung von der Renaissance bis zur Moderne – Hetären, Kurtisanen, Prostituierte – Prostitution in der Geschichte der Sexualität und in der Dichtung – Die Dirne in der Dirnenphantasie – Das Don Juan-Motiv in der Weltliteratur – Verführung, Verführer, Verführte – Die Katrin wird Soldat – Die Amazonen, Jeanne d’Arc, neue Kriegerinnen – Der Held in der Frauenrolle – Orlando, oder: Man(n) müsste eine Frau sein ...?