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profan – sinnlich – religiös

Theologische Lektüren der Postmoderne- Festschrift für Uwe Gerber

Susanne Dungs and Heiner Ludwig

Wir leben in einer spannenden und riskanten Zeit, in der der «König von seinem Thron herabgestiegen» ist (Gerber, Zilleßen 1997). Religiosität wird profan, subjektiv, vielfältig, so dass das Transzendente, das uns unbedingt angeht, möglicherweise nur noch narrativ und sinnlich wahrnehmend expliziert werden kann. Gleichzeitig wird von der Theologie noch immer erwartet, angesichts moralischen Werteverfalls, sozialer Risiken und ökologischer Krisen, eindeutige Sinn- und Heilstiftung zu liefern. In diesem Horizont bemüht sich die Theologie um die wissenschaftliche Fundierung ihrer Inhalte, die in der Postmoderne nicht mehr metaphysisch oder ontologisch begründbar sind. Die Grenzen zwischen Disziplinen werden flüssig – postmodernes Theologisieren mischt sich interdisziplinär mit Kunst, Politik, Philosophie, Pädagogik und Naturwissenschaft. Dieser Band versammelt zu Ehren Uwe Gerbers 30 Lektüren von KollegInnen, FreundInnen, WissenschaftlerInnen und KünstlerInnen, die ihm in seinen facettenreichen Arbeits- und Lebens-Kontexten begegnet sind. Die Lektüren nähern sich veränderten Bedingungen theologischen Denkens, Wahrnehmens und Arbeitens an.
Aus dem Inhalt: Susanne Dungs/Heiner Ludwig: profan - sinnlich - religiös. 30 Lektüren postmodernen Theologisierens – Adrian Portmann: Blasphemie und Politik – Bernd Beuscher: «It’s only fashion». Politik als modisches Kleid des Absoluten – Georg Pfleiderer: Religiöse Bindung in der Spaßgesellschaft. Eine Auseinandersetzung mit der Pathosformel «kulturelles Gedächtnis» – Stephan Degen-Ballmer: Biblische und theologische Grundlagen zur Überwindung von Gewalt an der Schöpfung – Paul Burger/Leo Jenni: Theologie und tragbare Entwicklung (Nachhaltigkeit) – Wolfgang Bender: Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit. Das Beispiel der Stammzellforschung – Hubert Meisinger: Theologie und Naturwissenschaften. Entwürfe eines differenzierten Wechselverhältnisses – Andreas Gerber: «Evidence-based Medicine» und der Einzug der Hermeneutik in die Medizin – Steffen Volck: Ausweg aus der Bildungsmisere durch Chaos? Gedanken zur Chaostheorie in der Religionspädagogik – Annegret Soltau: Monolog während der Entstehung von Kali - Tochter (Zahnbild II) 2000 – Dietrich Zilleßen: Mensch im Kosmos. Wilhelm Morgners Blauer Sämann – David Plüss: Die Grundgesten der Liturgie. Oder: Wie kommt der Körper in den Gottesdienst hinein? – Alex Silber: Kommt der Theologe in gutem Schuhwerk? – Gernot Böhme: Zwischen Aufklärung und Gegenaufklärung: Kants Religionsschrift – Christian Gremmels: Wie der Philosoph der Sackgasse sich aus derselben zu befreien sucht. Martin Heideggers Überwindung der Subjektivität - oder auch: Paul Celans vergebliche Hoffnung – Heinrich Ott: Notizblätter aus einem theologisch-philosophischen Tagebuch – Susanne Dungs: Figuren der Anderen bei Hegel, Lévinas und Butler. Sozialphilosophische und theologische Annäherungen an eine postmoderne Theorie Sozialer Arbeit – Lukas Ohly: Verstorbenen begegnen - Phänomenologische Revision einer Einschätzung Sartres – Thomas Schreijäck: Kirche und Dialog der Religionen «in unserer Zeit». Relektüre des Konzildokuments Nostra Aetate 40 Jahre nach seinem Erscheinen – Gerd Birk: Religion - nein, danke. Lasst uns über das Leben sprechen – Esther R. Suter: Maria: Maria des Protests - Maria des Mitleidens - Maria des Heilens – Peter Gross: Verblassendes Heil. Vom Paradiesvertriebenen zum Paradiesflüchtigen – Heinz Schmidt: Mit anderen Augen sehen - Impulse für ein diakonisches Bildungsverständnis – Klaus Ziller: Leben lernen - Lebenskunst als religionspädagogische Herausforderung – Reinhold Mokrosch: Werterziehung im Religionsunterricht angesichts des ethischen Pluralismus - eine didaktisch unmögliche Möglichkeit? – Roland Biewald: Die Eltern ehren - der Obrigkeit gehorchen? Zur Wirkungsgeschichte des Elterngebots aus religionspädagogischer Sicht – Martin Pöttner: Die poetische Zerstörung des antiken Hauses im Markusevangelium – Martina Jost: Säkularisierung des Profanen oder Profanisierung des Sakralen? Die Religiosität junger Frauen aufgezeigt am Beispiel ihres sprachlichen Ausdrucks zum Begriff der Religion – Rudolf Hoberg: Sprache und Religion. Eine Projektskizze.