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Karl Stützel

Ein Lebensweg in Umbrüchen: Vom Königlichen Beamten zum Bayerischen Innenminister der Weimarer Zeit (1924-1933)

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Thomas Fürst

Der Lebensweg des 1872 in Speyer geborenen Bürgersohns Karl Stützel erscheint als paradigmatisches Spiegelbild einer ganzen Epoche. Geprägt und geleitet durch das katholische Milieu, dem er entstammte und das er authentisch verkörperte, durchlief der Jurist Stützel eine mustergültige Laufbahn als königlich-bayerischer Beamter, die auch durch die Wirren des Krieges und den Untergang der Wittelsbacher Monarchie nicht beendet wurde. Seine Erfolge als hochrangiger Beamter veranlassten 1924 seine Berufung zum Bayerischen Innenminister. Eine einschneidende Staatsvereinfachung und ein neues Kommunalwahlgesetz, das bis heute Gültigkeit besitzt, gelten als Vermächtnisse Stützels. Zentrales Kontinuum seiner Amtsführung war jedoch sein entschlossener Kampf gegen jede Spielart des politischen Extremismus. Davon zeugen etwa das Redeverbot gegen Hitler 1925, dessen verhinderte Einbürgerung im gleichen Jahr, die Uniformverbote 1930/31 sowie das zeitweise Verbot von SA und SS. Stützel schöpfte alle polizeilichen und rechtlichen Möglichkeiten aus, scheiterte aber letztlich dennoch, da auch der Einsatz aller staatlichen Mittel den Aufstieg der Nationalsozialisten nicht mehr verhindern konnte.
Aus dem Inhalt: Die Musterkarriere eines königlich-bayerischen Beamten – Stützel als Spitzenbeamter der Weimarer Republik – Der Kommunalminister – Reform der Staatsverwaltung – Stützels Kampf gegen den politischen Extremismus – Zwischen Machtergreifung und Gleichschaltung – Stützels letzte Wochen bis zur Amtsenthebung – Im Visier der Gestapo – Stützels Lebensabend im Dritten Reich.