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Die alte Kunst Geschichten zu erzählen

Inszenierte Narrationen in Talkshow-Formaten- Ein Beitrag zur Erzähltheorie

Antje Janssen-Zimmermann

Die Erzähltheorie gehört zu den Grundlagendisziplinen der Literaturwissenschaft – diese Aufmerksamkeit für das Erzählen entspricht seiner Bedeutung in der Literatur. Dennoch richtet sich in der Praxis der Literaturwissenschaft der Blick kaum auf die Gemeinsamkeiten «literarischer» Epik und so genannter Alltagserzählungen, so dass bislang keine umfassende und differenzierte Theorie des Erzählens formuliert werden konnte. Inzwischen sind neue Erzählformen in neuen Medien hinzugekommen, die durchaus in den Zuständigkeitsbereich literaturwissenschaftlicher Analyse fallen, dort aber bislang keine Beachtung gefunden haben. Die mediale Organisation mündlicher Texte in Talkshows bedingt besondere Strukturen sowohl in der Produktion, in der jeweiligen Textgestalt wie in rezeptionsästhetischer Hinsicht. Hier besteht bislang ein Forschungsdesiderat der Literaturwissenschaft, obwohl sie von ihren Anfängen an als Medienwissenschaft definiert ist. Die Arbeit reagiert auf dieses Defizit mit einer systematischen Untersuchung von Talk-Show-Erzählungen, wendet methodisch das Instrumentarium der literaturwissenschaftlichen Erzählforschung an und erweitert zugleich deren Horizont im Sinne einer differenzierten wie umfassenden Erzähltheorie.
Aus dem Inhalt: Literatur nur für Leser? – Das Erzählen in Talkshows als Gegenstand der Literaturwissenschaft – Das Erzählen - Annäherung an ein Phänomen – Autobiographisches Erzählen – Die Talkshow – Erscheinungsformen und Begriffsbestimmung – Exemplarische Analysen – 15 Thesen zum Erzählen in Talkshow-Formaten – Das Erzählen in Talkshows: Tradition zwischen Utopie und Postmoderne.