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Die Verkäuferin im Wilhelminischen Kaiserreich

Etablierung und Aufwertungsversuche eines Frauenberufes um 1900

Tatjana Timoschenko

Der Beruf der Verkäuferin zählt heute zu den «typischen Frauenberufen». Noch vor rund einhundert Jahren war dieses Berufsfeld eine Männerdomäne, in der sich Frauen erst etablieren mussten. Die Frage, wie die Tätigkeit der Verkäuferin im Wilhelminischen Kaiserreich zu einem entlohnten und gesellschaftlich akzeptierten Beruf für Frauen wurde, steht im Mittelpunkt dieser Arbeit. Die Mitte der 1890er Jahre zunehmende «Feminisierung des Verkaufspersonals» wurde von den Zeitgenossen kritisch verfolgt. Einige Berufsverbände versuchten das Ansehen und die zum Teil erschreckenden Arbeitsbedingungen des weiblichen Verkaufspersonals zu verbessern, kamen hierbei allerdings in Konflikt mit männlich dominierten Verbänden sowie mit standesbewussten Kontoristinnen. Unerwartet wurden einige große Warenhäuser zu Vorreitern der Berufsetablierung, indem sie eine Ausbildung für Verkäuferinnen anboten und für moderne Arbeitszeitregelungen eintraten.
Aus dem Inhalt: Soziale Lage und Arbeitswelt von Verkäuferinnen im Wilhelminischen Kaiserreich (1890-1914) – Ansehen des Berufsstandes – Organisation in Verbänden und Vereinen – Personalpolitik der Warenhäuser – Förderung und Etablierung einer speziellen Verkäuferinnen-Ausbildung – Besondere Berücksichtigung der Entwicklung in Hamburg.