Show Less
Restricted access

«Moderne» und «Modernisierung» in der Kinder- und Jugendliteratur der Weimarer Republik

Series:

Birte Tost

Die Kategorien Moderne und Modernisierung haben sich innerhalb der allgemeinen Literaturgeschichtsschreibung, insbesondere für den Zeitraum der Weimarer Republik, längst bewährt. Anliegen der Studie ist es, diesen Ansatz auf die Kinder- und Jugendliteratur der Weimarer Republik zu übertragen. Kinderliterarische Texte werden als Teil der Moderne und Ausdruck allgemeiner Modernisierungsprozesse rekonstruiert, ohne den eigenen Diskurs der Literaturgattung aus den Augen zu verlieren. An Beispielen wird demonstriert, daß nicht nur die Modernisierer Wolf Durian und Erich Kästner fortschrittliche Kinderliteratur publizierten. Es werden bekannte und vergessene Jugendschriftsteller und deren moderne Werke vorgestellt. Mit Hilfe zentraler Fragestellungen – nach Geschlechter- und Generationsverhältnissen, kindlicher Selbstorganisation und Wahrnehmung der Großstadt – werden historische Veränderungen und die ästhetische Gestaltung von Kindheit und Jugend analysiert und verdeutlicht.
Aus dem Inhalt: Moderne und Modernisierung: zur Begriffsproblematik – Moderne Kinder- und Jugendbuchautoren der Weimarer Republik (Biographische Skizzen von Lotte Arnheim, Grete Berges, Clara Hohrath, Wilhelm Matthießen, Friedrich Schnack, Wilhelm Speyer, Kadidja Wedekind) – Neue jugendliterarische Trends in der Weimarer Republik und Themenbereiche moderner Kinder- und Jugendliteratur: Kindliche Lebenswelten in der Großstadt (Großstadt und ländlicher Raum als Handlungsraum einer neuen Literatur für junge Leser) – Vom neuen Umgang mit Autoritäten (Flexibilisierung von Generationsrollen) – Von kleinen Detektiven, großen Herrschern und Abenteurern (Kinderdetektive als Erfolgskonzept und Modelle kinderliterarischer Selbstorganisation) – Nesthäkchens freche Schwestern (Das «Neue Mädchen») – Ausblick auf die Zeit nach 1933.