Show Less
Restricted access

Die fristfreie Konventionalscheidung in historischer und rechtspolitischer Perspektive

Rechtsfortbildende Analyse ihrer Grundlagen unter dem Aspekt der Zeitgemäßheit

Frank Roes

Das geltende Eherecht lehnt eine fristfreie Konventionalscheidung ab. Ist dies unter den Bedingungen der Moderne (noch) begründet? Zur Beantwortung werden zunächst der rechts- und sozialhistorische Kontext analysiert, dem die Konventionalscheidung einerseits, die zwingende Trennungsfrist andererseits entstammen. Denn maßgebend ist, inwieweit sich scheidungsbezogene Maximen verankert haben – namentlich zulasten eines fristlosen Scheidungsrechts. Dies wiederum erlaubt substanziierte Bewertungen, ob es angesichts heutiger Sozialverhältnisse in Ehe und Familie sowie rechtsdogmatischer Reformen weiterhin gerechtfertigt ist, der fristfreien Konventionalscheidung eine gesetzliche Grundlage zu verwehren. Die Arbeit ist daher nicht nur ein Beitrag zur Rechtsfortbildung, sondern auch eine empirisch fundierte Analyse historisch gewachsener Strukturen und Anschauungen von Ehe- bzw. Familienleben.
Aus dem Inhalt: Beibehaltung oder Änderung des Fristenrechts – Verfassungsrechtliche Ausgangslage – Eheleitbilder und Konventionalscheidung im sozial- und rechtshistorischen Kontext – «Modernes» Eheleben – Heutige Scheidungsdeterminanten – Privatisierte Ehe als kündbare Option.