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Bürgerliches Leben im Zeichen der Uhr

Bemerkungen zu einer literarischen Kontroverse um 1800 in Deutschland

Christoph Prignitz

Im 18. und frühen 19. Jahrhundert wurde die mechanische Uhr perfektioniert. Damals entwickelte das Bürgertum einen Wertekanon, zu dem auch ein neues Verständnis von Zeit gehörte: Der sparsame Umgang mit der Zeit wurde zum Ideal. Die Uhr als Teil des bürgerlichen Lebensverständnisses fand begeisterte Verteidiger, aber auch engagierte Kritiker. In Deutschland wurde diese Debatte in den Jahren um 1800 lebhaft geführt. Die gemeinsam von Clemens Brentano und Joseph Görres verfasste Satire Geschichte von BOGS dem Uhrmacher (1807) stellt den Höhepunkt der romantischen Auseinandersetzung mit Uhren und der bürgerlichen Zeitökonomie dar. Im Kern geht es den Autoren darum, dem Bürgerlichen das Unangepasste, Menschliche und Künstlerische entgegenzustellen. Die Analyse dieser Satire ist der Mittelpunkt des Buches. Im Schlussteil wird ein Blick auf die Entwicklung im späteren 19. und 20. Jahrhundert geworfen. Die Uhrenproduktion weitete sich aus, die literarische Auseinandersetzung mit der Uhr dauerte fort.
Aus dem Inhalt: Die Entwicklung der mechanischen Uhr – Die Debatte um das an der Uhr ausgerichtete Leben: Verteidigung und Polemik – Die romantische Auseinandersetzung mit dem «metrischen Leben» – Brentanos und Görres’ Satire Geschichte von BOGS dem Uhrmacher (1807) – Die Entwicklung im späteren 19. und 20. Jahrhundert.